Die einzig wahre Geschichte der Erfindung der Brathskartoffeln durch Henriette Josefa Braths

Man hat in der Geschichte der Kochkunst vielen Köchen ein Denkmal gesetzt. Der römische Koch Lucullus muß für alles herhalten, was köstlich, also "lukullisch" ist. Es wurden aber auch Personen mit der Kochkunst in Verbindung gebracht, die selbst gar nicht kochen konnten und die es als unter ihrer Würde betrachtet hätten, auch nur einmal einen Pfannenstiel in die Hand zu nehmen. Zu diesen Personen zählen Chateubriand (Staatsmann), Stroganoff (russischer Großfürst), aber auch der österreichische Kaiser Franz-Josef, dem der "Kaiserschmarrn" ebenso gewidmet wurde, wie dem Fürsten Pückler das nach ihm benannte Speise-Eis.
Henriette Josefa Braths Die Erfinderin der original Brathskartoffeln, nämlich die aus Malmedy (heute Belgien) stammende Henriette Josefa Braths, ist bis heute nicht gewürdigt worden. Weder in ihrer Geburtsstadt Malmedy, noch in Vettweiß (bei Düren im Rheinland), wo sie ihre Jugend verbrachte und das Kartoffelgericht erfand. Immerhin beschäftigt sich der bekannte Vettweißer Kulturverein damit, ein Theaterstück über Henriette Josefa Braths aufzuführen, sucht aber noch nach einer Hauptdarstellerin. In Wien, wo Henriette mehrere Jahre mit dem geheimnisvollen Grafen Lajos (sprich: Lajosch) liiert war, soll jedoch bis 2014 ein Denkmal aufgestellt werden.

Dessen Mutter hatte "Jetti" ausdrücklich aufgefordert, an einem Rezeptwettbewerb in Wien teilzunehmen. Henriette schickte 1907 das Rezept der damals von ihr so benannten Röstkartoffeln ein - und ein Wiener Zeitungsredakteur benannte diese dann in "Brathskartoffeln" um. Von da an gingen die Brathskartoffeln sozusagen um die Welt.

Das Leben der Henriette Josefa Braths verlief bis zum 23. Mai 1907 gleichmäßig, wie für tausende andere Dienstmädchen und Küchenmamsells, die sich damals bei "gehobenen Herrschaften" ihr Geld verdienen mußten. Dann lernte sie durch einen Zufall den österreich-ungarischen Grafen kennen, womit ihr Leben für damalige Zeiten einen aufregenden Verlauf nahm. Unser Bild oben zeigt Henriette, die in ihrem rheinischen Dorf nur "Jettche" gerufen wurde, im Jahr 1910 in Wien. Sie war damals 26 Jahre alt, hatte ihre üppigen Rundungen (siehe Foto aus der Rubrik "1900 bis 1907") durch eine Kartoffel-Diät reduziert und war nun zu einer sehr vorzeigbaren Dame herangereift. Wie es zu der Erfindung der Brathskartoffel kam, lesen Sie bitte nach im Kapitel "Die Jahre in Wien...".
Henriette Josefa Braths mit Hut Graf Lajos führte Henriette auch in die Wiener Gesellschaft ein, wobei er sie meistens als "Mademoiselle de Malmedy" vorstellte. Die Namenskonstruktion war ziemlich schlitzohrig, aber nicht einmal falsch, schließlich war Henriette 1884 in Malmedy (im heutigen Belgien) geboren worden, wo ihr Vater ein Fuhrunternehmen betrieben hatte.

Das Foto zeigt Henriette alias "Fräulein von Malmedy" in einer eleganten Robe mit einem Meisterwerk des Putzmacherhandwerks auf dem Kopf. Anlaß für diese aufsehen-erregende Bekleidung war der Besuch der Galopprennbahn in Wien-Freudenau 1911, als Reiter und Pferde um den "Großen Preis des Erzherzogs Leopold Ferdinand Salvator" (1868 - 1935) kämpften.

Das Rennen ging insofern in die Geschichte des Galoppsports ein, als das Pferd des siegreichen italienischen Rittmeisters Georgio di Flati-Bersecassa bei der Siegerehrung einen lauten Furz fahren ließ. Darauf brach Henriette in schallendes Gelächter aus, worauf auch der Erzherzog lachen mußte und bald die ganze Ehrentribüne, die 2.000 Besucher faßt, vor Gelächter ins Wanken geriet.