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Die einzig wahre Geschichte der Erfindung der Brathskartoffeln
Bis 1907 völlig unbekannt: Die Brathskartoffel
Das Original-
Rezept oder von
der Brathskartoffel
zur Bratkartoffel
Das Leben der Henriette Josefa Braths:
Elternhaus und Jugendjahre
"Jettche" als Küchenmamsell 1900 - 1907
Dramatische Ereignisse 1907
Der geheimnisvolle
Wiener Graf, Jettchen's Gönner
Die Erfindung der Brathskartoffel, Wien 1907 - 1914
Henriette Braths
im 1. Weltkrieg
Henriette und die 4.000 Kronen - ihre letzten Jahre
Berichte und Fotos aus der Verwandt-
schaft und der Brath's Potatoe Day in den USA
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Henriette und die 4.000 Kronen -
ihre letzten Jahre bis 1936



Wenn wir an dieser Stelle einen Auszug aus dem Sparbuch der Henriette Braths zeigen, so springen wir damit direkt in das Geschehen ein, das ihre letzten Lebensjahre prägte. Henriette hatte aus ihrer Wiener Zeit ein Sparbuch bei der "Anglo-Oesterreichischen Bank", nämlich das "Einlagsbuch" mit der Nummer 25496. Hierauf zahlte sie ständig ein, hob aber bis auf 2,38 Kronen alles ab, als sie 1914 zurück ins Rheinland ging. Wie, so wird man fragen, gelangten dann

im Februar 1922 zweimal je 2.000 Kronen auf dieses Konto? Nach dem Tode ihres Verlobten, des Gutsbesitzers Wolfram Hübner, stand Henriette Braths 1921 praktisch ohne Hab und Gut da, sieht man von ihrer Aussteuer ab, die sie 1907 nicht mit nach Wien genommen hatte und die immer noch im elterlichen Hause in Vettweiß lagerte. Zu dieser Aussteuer zählte ein Service aus dem Hause Fürstenberg, ein silberner Besteckkasten, drei Silberleuchter, ein kompletter Satz von Töpfen, Pfannen und Casserolen sowie Handtücher, Küchentüchter und Bettzeug. Da in Deutschland inzwischen die Inflation ausgebrochen war und alles Geld, das man ihr in Deutschland für die Aussteuer bezahlt hätte, von einem auf den anderen Tag nichts mehr wert gewesen wäre, verkaufte sie ihre Aussteuer im benachbarten Holland und erhielt dafür harte Gulden in Gold.

Gustav Nause

Damit wollte sie ein Restaurant eröffnen, aber natürlich nicht in Deutschland, wo - außer Schiebern - kaum einer Geld hatte, um ein Mahl in einem Restaurant zu bezahlen. "Jettche" nahm Kontakt auf zum früheren Kutscher von Graf Lajos auf. Besagter Kutscher Johann Prschbyzil (Foto links) war ein zweiter Schwejk und kannte - genau wie jene Romanfigur - "Gott und die Welt", wie man so zu sagen pflegt. Henriette fuhr nach Wien und machte dort auf Vermittlung des Ex-Kutschers die Bekanntschaft mit einem Ferdinand Eiermann (Foto rechts), Besitzer eines Weinlokals und kleinen Hotels nahe Schloss Schönbrunn. "Jettche" war so klug, ihre harten niederländischen Gulden nicht in Kronen umzutauschen, denn auch in Österreich herrschte Inflation.

Für nur 50 niederländische Cent bekam man 1922 "sagenhafte" 2.000 Kronen - vor dem Krieg ein kleines Vermögen, 1922 aber nichts mehr wert. Man bedenke: im Herbst 1922 gab die Österreichische Bank eine Banknote mit dem Nominalwert von 500.000 Kronen heraus. Dass Henriette zweimal jeweils 2.000 Kronen auf ihr altes Sparbuch eingezahlt hat, war jedoch kein rheinischer Witz. Denn sie wollte für die offizielle Summe von 4.000 Kronen ein Weinlokal übernehmen, inoffiziell (also "schwarz") dem verschuldeten Verkäufer aber 120 Goldgulden "zustecken". So ist denn auch die Abhebung der 4.000 "angesparten" Kronen mehr als Alibi zu verstehen.

Aus dem Geschäft wurde aber nichts. Was war geschehen? Man rät es schon - Henriette hatte einen Mann kennen gelernt, einen gewissen Bernd Peter Magister, der zwar optisch eher "schiach" aussah, aber eine ziemliche Beredsamkeit an den Tag legte. Nun war "Magister" damals in Österreich der Titel eines Apothekers, besagter Bernd Peter Magister war jedoch kein Apotheker, sondern nannte sich hochtrabend "Official Consultant". Das klang irgendwie amtlich und später stellte sich dann auch heraus, dass das Bureau des "Consultanten" nur aus einem durchgesessenen Sofa, einer Holzkiste als Schreibtisch und einer klapprigen Schreibmaschine bestand.

Bernd Peter Magister sprach auch tschechisch, denn seine Mutter war "Gesellschaftsdame" in Prag gewesen und dort von einem ukrainischen orthodoxen Bischof geschwängert worden, als dieser 1893 den Prager Erzbischof Franz de Paula besucht hatte. Das Resultat der christlichen Samenspende war besagter Bernd Peter Magister, der sich nach dem 1. Weltkrieg nach Wien durchschlug und zunächst davon lebte, dass er aus tschechischen Zeitschriften Artikel übersetzte und diese dann als sein eigenes Werk an deutschsprachige Zeitungen verkaufte. Irgendwann kam man dem Plagiator Bernd Peter Magister auf die Schliche und keine Blatt nahm mehr eine Zeile von ihm ab. Um 1924-25, das genaue Datum liegt noch im Dunkeln, verbreitete er die Behauptung, Erfinder der Wiener Würstchen zu sein. Als solcher nahm er Kontakt zu Henriette Braths auf, die ja als wahre Erfinderin der Bratkartoffeln in Wien eine gewisse Bekanntheit erlangt hatte und der er vorschlug, ein gemeinsames Kochbuch zu verfassen. Als Henriette besagten Magister in ihrer Wohnküche empfing, packte dieser aus einem mitgebrachten Köfferchen eine Flasche Barackpálinka aus (Aprikosenschnaps) und nötigte Henriette Braths, mit ihm auf das gemeinsame Vorhaben zu trinken.

Nach drei Gläschen zeigte sich aber die wahre Natur jenes Bernd Peter Magister – er zog aus seinem Koffer eine "Kollektion künstlerischer Postkarten" mit Fotos nackter Frauen. Er redete auf Henriette ein, sie habe doch "prachtvolle Dutteln", wie man durch ihr Mieder erahnen könne und für Postkarten mit "solchenen Dutteln" würden Liebhaberpreise gezahlt. Da wurde unsere Henriette aber hellwach, griff sich vom Kohleherd eine Bratpfanne und schlug ihm diese vors "Gfries" (Gesicht). Der Vorfall verbreitete sich schnell, denn eine Schwester aus dem Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus, in das man den Bernd Peter Magister wegen seiner gebrochenen Nase eingeliefert hatte, meldete den Vorfall einem Redakteur der "Reichspost", einer damaligen Wiener Tageszeitung. Dieser brachte die Formulierung auf, dass "die wackere Mamsell Braths einem gewissen Herrn M. sozusagen einen verbraten hat". Seit dieser Zeit ist die Redensart "Jemandem einem verbraten" im deutschen Sprachgebrauch heimisch. So hat denn besagter Bernd Peter Magister wenigstens eine positive Leistung in seinem Leben vollbracht – wenn auch indirekt. Unser Foto zeigt ihn auf der "Mahü" (Mariahilferstraße) mit seinem Köfferchen, in dem er die pornografischen Postkarten herum trug.

So sagte "Jettche" Wien "Servus", weil die Bevölkerung und auch der Adel verarmt waren und lose Bekanntschaften, die sie schloss, doch immer damit endeten, dass man an ihre Goldgulden heran wollte. Sie kaufte von eben diesem Geld im Helenental in Baden bei Wien ein Grundstück, weil sie durchaus die Absicht hatte, in besseren Zeiten nach Österreich zurück zu kommen – aber es kam dann doch anders.

"Jettche" übersiedelte im Oktober 1927 nach Eupen, das nunmehr zu Belgien gehörte, und erhielt automatisch die belgische Staatsbürgerschaft, da sie ja 1884 in Malmedy geboren worden war, das nun ebenfalls (wieder) zu Belgien gehörte. Unser Foto zeigt sie 1928 in Malmedy, als sie frühere Bekannte besuchte und sich von dem bekannten Lichtbildner Stefan Schumacher fotografieren ließ. In Vettweiß, wo sie aufgewachsen war, wollte sie sich nicht niederlassen, weil der Ort schmerzhafte Erinnerungen an das Jahr 1907 hervorrief, als sie ihre große Liebe, den Grafen Lajos, kennengelernt hatte. Ihre Eltern waren inzwischen verstorben, ihr Bruder Toni in die USA ausgewandert. In Eupen war Henriette Braths bis zu ihrem Tod 1936 als Kochlehrerin tätig, wobei sie die in Belgien schon damals üblichen Pommes Frites entschieden bekämpfte. Überliefert ist ihr Urteil: "Widderlich fettich Zeuch!" Henriette Braths lehrte ihre Schülerinnen, wie man Kartoffeln schält, kocht und vorsichtig in der Pfanne röstet, damit daraus die echten, unverfälschten und herrlich duftenden Brathskartoffeln werden.


Die letzten Fotos von ihr zeigen sie (ganz links) auf einem Spaziergang in den Ardennen sowie 1934 auf dem Motorrad ihres Lehrerkollegen Moritz Nettesheim. Zu Ihrer Beerdigung am 28. November 1936 fanden sich um die 400 Personen ein, darunter in weißer Berufskleidung, jedoch mit Trauerflor am Arm, eine Abordnung der belgischen Vereinigung der Köche unter Leitung von Marcel Pinoir, damals Chefkoch des Le Grand Hotel in Brüssel. Aus Deutschland war ebenfalls eine Delegation erschienen, angeführt von Chefkoch Jakob Reutter vom Excelsior Hotel Ernst in Köln. Henriette Josefa Braths verstarb nicht mittellos. Sie hatte 1932 ihr Grundstück in Sievering (Wien) für umgerechnet 21.000 Reichsmark verkaufen können. Das Geld erbten ihr Bruder Toni und ihre Cousine aus Malmedy - und zwar nach Abzug einer beträchtlichen Summe, die für den Leichenschmaus ausgegeben worden war. Was es bei diesem Leichenschmaus zu essen gab? Rinderfilets in einer Rotweinsauße, Salat süß-sauer - und natürlich als Beilage die echten Brathskartoffeln!

Empfehlungen und News, nicht nur Brathskartoffeln betreffend

"Jettche" Braths verwendete Butter für ihre Brathskartoffeln. "Kerrygold" aus Irland kannte sie damals nicht, aber Sie können mehr erfahren über die Butter von der grünen Insel - klick auf www.kerrygold.de
Nach anfänglicher Skepsis des Vettweißer Gemeinderats, ob man sich ernsthaft mit der berühmtesten Bürgerin von Vettweiß auseinandersetzen soll, scheint nun die Vernunft zu siegen. Die von der Gemeinde unterstützte "Kulturinitiative e.V." will ein Theaterstück herausbringen, in dessen Mittelpunkt die schicksalhafte Begegnung der Henriette Braths mit dem ungarischen Grafen Lajos steht. Die Redaktion dieses Informationsdienstes hat einen Zuschuß von zweitausend Euro für dieses Theaterstück zugesagt.
Henriette Braths hätte sicherlich auch gerne im Onlineportal www.genuss.de alles über Genüsse erfahren, wenn es um 1920 schon das Internet gegeben hätte.
Restaurants mit Bratkartoffel-Gerichten haben wir für Sie aufgelistet. Diese Gastronomen wissen, dass die herzhaften, lecker duftenden Bratkartoffeln in jedem Fall den fettdurchtränkten Fritten vorzuziehen sind. Wenn Sie Restaurants kennen, die ebenfalls die Bratkartoffel in Ehren halten, so schicken Sie uns bitte eine Mail.
Wenn es den Club damals schon gegeben hätte, dann wäre Henriette Braths sicherlich Ehrenmitglied geworden. Besuchen Sie doch einmal den MAGGI Kochstudio Club
Und haben Sie schon gewußt, dass das umfangreichste Baulexikon über 12.400 Einträge und tausende Fotos oder Zeichnungen umfaßt? Hier können Sie sich informieren unter www.das-baulexikon.de
Zwar nicht zehntausende, aber hunderte Fertighäuser werden in der führenden Website über vorgefertigte Häuser vorgestellt. Informieren Sie sich bei www.fertighaus.de
Henriette Josefa Braths war, wie man nachlesen kann, mit einem Grafen und später mit einem Gutsbesitzer liiert. Privatschlösser baut man heute in Fertigbausweise, siehe www.luxus-fertighaus.de
AusbauhausWer kein Fachwerkhaus neu bauen und auch kein altes restaurieren will, weil letzteres teuer und aufwändig ist, der sollte sich einmal die Website www.ausbauhaus.de anschauen. Durch Eigenleistung kommt man günstiger zu den eigenen vier Wänden.
Dass zu einem jungen Haus ein chices Bad paßt, ist selbstverständlich. Selbstverständlich sollte sich auch jeder, der ein Bad für sein neues Haus braucht oder der das alte Bad neu gestalten will, Anregungen holen bei www.traumbad.de
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 08.02.2012
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