Bis 1907 völlig unbekannt: Die Brathskartoffel

Die Brathskartoffel war bis 1907 völlig unbekannt, sieht man davon ab, dass gelegentlich von "gebratenen Kartoffeln" die Rede war. Damit waren aber rohe Karoffelstücke oder -scheiben gemeint, die in die Pfanne gelegt und regelrecht gebraten wurden. Genau diese Art der Zubereitung hat Henriette ("Jettchen") Braths entschieden bekämpft, siehe dazu auch unser Beitrag "Wie aus der Brathskartoffel die Bratkartoffel wurde".





Bis 1907 kannte man Kartoffelzubereitungen in allen möglichen Variationen, aber eben nicht als Brathskartoffel. Wir bringen hier eine Kollektion von "Küchenzetteln", wie sie 1906 in der von den deutschen Hausfrauen bevorzugt gelesenen Zeitschrift "Für's Haus" wöchentlich veröffentlich wurden. Sie werden feststellen: Nirgends ist von Brathskatoffeln oder auch "Bratkartoffeln" die Rede. Ganz allgemein wird immer wieder die Kartoffel als Beilage erwähnt, aber damit war natürlich die gekochte Kartoffel gemeint.

Aber in den alten "Küchenzetteln" findet man Rezeptempfehlungen wie:

Prinzeßkartoffeln
Kartoffelsalat
Sahnekartoffeln
Kartoffelklöße
gerührte Kartoffeln (Püree)
Kartoffeln in der Schale (Pellkartoffeln)
Kartoffeln in der Montur (dito Pellkartoffeln)
Kartoffelsuppe
Kartoffelpuffer
Kartoffelbeignets
Erdäpfelschmarrn

Sie können diese Küchenzettel natürlich online durch Anklicken vergrößern und sich selbst von der Richtigkeit unserer Aussagen überzeugen.

Dass an einer Stelle die "Erdäpfelschmarrn" erwähnt werden, die ähnlich wie die echten Brathskartoffeln zubereitet werden, gehört zu den Kuriositäten der Geschichte der Kochkunst, siehe darüber im Kapitel "Die Jahre in Wien..."